Kurz erklärt
Harlow Shapley war ein amerikanischer Astronom. Am Mount-Wilson-Observatorium in Kalifornien untersuchte er um 1918 die Kugelsternhaufen. Er bemerkte, dass sie nicht gleichmäßig um uns verteilt sind, sondern sich um einen fernen Punkt im Sternbild Schütze scharen. Daraus schloss er: Dort liegt das Zentrum der Milchstraße – und die Sonne ist weit davon entfernt.
Die Große Debatte
1920 stritt Shapley in der berühmten Großen Debatte mit Heber Curtis. Shapley hielt die Milchstraße für so gewaltig, dass sie das ganze Universum sein müsse, und die Spiralnebel für Gaswolken darin. Bei der Größe der Milchstraße und der Lage der Sonne hatte er weitgehend recht. Bei den Spiralnebeln lag er falsch: Edwin Hubble zeigte wenige Jahre später, dass sie eigene Galaxien sind.
Ein langes Forscherleben
Ab 1921 leitete Shapley über 30 Jahre lang das Harvard-College-Observatorium. Dort förderte er viele junge Forschende, darunter auch Frauen wie Cecilia Payne-Gaposchkin. Er schrieb zahlreiche Bücher, die Astronomie für alle verständlich machten.


