Eine Seite, die wir nie sehen
Der Mond zeigt uns immer dasselbe Gesicht, weil er sich genau so schnell um sich selbst dreht, wie er um die Erde kreist. Die andere Hälfte bleibt deshalb von der Erde aus immer verborgen. Dunkel ist sie aber nicht: Sie bekommt genauso viel Sonnenlicht wie die Vorderseite – nur eben dann, wenn wir nicht hinschauen können.
Rau und voller Krater
Auf der Vorderseite fallen die großen dunklen Flächen auf, die Mare. Auf der Rückseite gibt es davon kaum welche. Stattdessen reiht sich Krater an Krater. Dort liegt auch eines der größten Einschlagbecken im ganzen Sonnensystem, das Südpol-Aitken-Becken. Es ist etwa 2.500 Kilometer breit – fast so breit wie Europa von Spanien bis Polen.
Warum die beiden Seiten so verschieden sind, ist noch nicht ganz geklärt. Ein Grund ist wohl, dass die Kruste auf der Rückseite dicker ist. Dort konnte früher weniger Lava aus dem Inneren an die Oberfläche dringen und die Becken füllen.
Wie wir sie trotzdem kennen
1959 flog die sowjetische Raumsonde Luna 3 um den Mond und machte die ersten Fotos der Rückseite. 1968 sahen die Astronauten von Apollo 8 sie als erste Menschen mit eigenen Augen. Im Jahr 2019 landete die chinesische Sonde Chang’e 4 dort, als erstes Raumfahrzeug überhaupt. Und 2024 brachte Chang’e 6 zum ersten Mal Gestein von der Rückseite zur Erde.
