Kurz erklärt
Wie schnell sich das Universum heute ausdehnt, lässt sich auf zwei Arten bestimmen. Man kann nahe Galaxien mit Cepheiden-Sternen und Supernovae direkt vermessen. Oder man berechnet den Wert aus dem Muster der kosmischen Hintergrundstrahlung, also aus dem frühen Universum. Beide Wege liefern nicht dasselbe Ergebnis – und dieser Unterschied heißt Hubble-Spannung.
Wie groß ist der Unterschied?
Die Messungen im nahen Universum ergeben rund 73 Kilometer pro Sekunde pro Megaparsec, die Berechnung aus dem frühen Universum etwa 67 bis 68. Das klingt nach wenig. Doch beide Werte sind inzwischen so genau, dass der Unterschied kaum noch durch Zufall erklärt werden kann.
Fehler oder neue Physik?
Vielleicht steckt irgendwo ein noch unentdeckter Messfehler. Vielleicht fehlt aber auch ein Stück Physik in unserem Bild vom Universum – etwa bei der Dunklen Energie. Verschiedene Teams wiederholen die Messungen deshalb mit neuen Methoden und Teleskopen wie James Webb. Ein Widerspruch ist in der Wissenschaft kein Unglück, sondern oft eine Tür zu Neuem.



