Kurz erklärt
Der Bildhauer ist ein schwaches Sternbild am Südhimmel, das bei uns im Herbst tief über dem Horizont auftaucht. Er hat keine hellen Sterne. In seiner Richtung blicken wir aber aus der Milchstraße hinaus und sehen schöne Galaxien wie die Sculptor-Galaxie NGC 253.
So findest du es
Such Fomalhaut im Südlichen Fisch. Links davon, tief über dem Südhorizont, liegt der Bildhauer. Du brauchst einen sehr freien Blick nach Süden und einen dunklen Himmel. Am besten im Oktober und November am Abend.
Lou erzählt: Eine Werkstatt unter den Sternen
Der Bildhauer hat keine alte Sage. Er wurde im 18. Jahrhundert von dem französischen Astronomen Nicolas Louis de Lacaille erfunden. Lacaille reiste 1750 bis Südafrika ans Kap der Guten Hoffnung. Von dort aus kartierte er fast 10.000 Sterne des Südhimmels, die man in Europa nie zu sehen bekam. Dabei fand er viele Lücken ohne Sternbilder. Lacaille füllte sie nicht mit Helden oder Tieren, sondern mit Werkzeugen aus Kunst und Wissenschaft. Hier zeichnete er eine Bildhauerwerkstatt: einen Tisch mit einer Büste aus Marmor. Später wurde der Name zu „Bildhauer“ verkürzt. Auch der Chemische Ofen, das Mikroskop und die Luftpumpe stammen von ihm. „Lacaille mochte offenbar Werkzeuge“, sagt Lou. „Vielleicht sollte man auch mal ein Teleskop an den Himmel malen. Oh – das gibt es schon!“
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