Der Sternenhimmel sieht nicht das ganze Jahr gleich aus. Weil die Erde um die Sonne reist, schauen wir nachts in jeder Jahreszeit in eine andere Richtung ins Weltall. Im Winter ist Orion-Zeit, im Frühling die Zeit der Galaxien, im Sommer leuchtet die Milchstraße und im Herbst kommt Andromeda. Hier zeigen Astromaus und Lou dir Monat für Monat, was du am besten sehen kannst – mit Bildern der großen Weltraumteleskope und Tipps, was du dafür brauchst.
Schau in den Monat, der unten mit „Jetzt dran“ markiert ist!
Mondphase, Dunkelheit, sichtbare Planeten und ISS-Überflüge für deinen Ort findest du bei Heute am Himmel »
Winter
Orion-Zeit: Der Himmelsjäger, leuchtende Gasnebel, Sternenkinderstuben und die hellsten Sterne des Jahres.
Frühling
Galaxienzeit: Wir schauen aus unserer Milchstraße hinaus zu fernen Sterneninseln – und zu den ersten Kugelsternhaufen.



Sommer
Milchstraßen-Zeit: kurze, helle Nächte, leuchtende Nachtwolken, das Band der Milchstraße und Sternschnuppen.
Herbst
Andromeda-Zeit: Die Nächte werden lang, unsere Nachbargalaxie steht hoch und die Wintersterne kündigen sich an.
Bei jedem Himmelsobjekt zeigen kleine Symbole, womit du es entdecken kannst:
👁️ Bloßes Auge🔍 Fernglas🔭 Teleskop📷 Vor allem auf Fotos☀️ Nur mit Sonnenfilter
Für die meisten Dinge reichen deine Augen oder ein einfaches Fernglas (7×50 oder 10×50). Ganz wichtig: Gib deinen Augen 20 Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen – und lass das Handy in der Tasche.
🔧 Für Eltern & Hobby-Astronomen: Der Filter-Kompass
Nicht jeder Filter passt zu jedem Objekt. Galaxien und Sternhaufen leuchten im ganzen Farbspektrum – Nebelfilter würden sie nur dunkler machen. Leuchtende Gasnebel dagegen strahlen in ganz bestimmten Farben (Wasserstoff, Sauerstoff, Schwefel). Hier helfen Schmalbandfilter, die genau diese Farben durchlassen und Störlicht aussperren.
| Filter | Wofür? | Beispiele im Kalender |
|---|---|---|
| Kein Filter / Breitband (RGB, Luminanz) | Galaxien, Sternhaufen, Reflexionsnebel, Kometen | Andromeda, M 81/82, Plejaden |
| Lichtverschmutzungsfilter (CLS, „Broadband“) | Mildert Natriumdampflampen; bei LED-Straßenlicht nur wenig Wirkung | Stadtrand, Breitband-Fotos |
| UHC (Nebelfilter, visuell) | Emissions- und planetarische Nebel deutlich kontrastreicher | Orionnebel, Lagune, Rosette |
| OIII | Planetarische Nebel und Supernova-Überreste | Cirrusnebel, Hantelnebel, Helixnebel |
| H-Beta | Wenige Spezialobjekte, visuell | Pferdekopf, Kalifornien-Nebel |
| H-alpha (fotografisch, 3–7 nm) | Rote Emissionsnebel – auch bei Mondlicht und aus der Stadt | Nordamerika, Herz & Seele, Elefantenrüssel |
| Dualband (Hα + OIII) für Farbkameras | Emissionsnebel aus der Stadt mit nur einer Kamera | Rosette, Lagune, Weihnachtsbaum |
| SII + Hα + OIII („Hubble-Palette“) | Falschfarben-Schmalband mit Monochromkamera | Adlernebel, Elefantenrüssel |
| Sonnenfilter (Objektivfilter, ISO 12312-2) | PFLICHT für jede Sonnenbeobachtung – nur vor der Öffnung, nie am Okular | Sonnenflecken |
| Mond- / Graufilter (ND) | Gegen Blendung bei der Mondbeobachtung | Mond |
Faustregel für die Brennweite in der Astrofotografie: 14–24 mm für Milchstraße und Sternschnuppen, 135–400 mm für große Nebel, 500–1.000 mm für Galaxien und mittlere Nebel, über 1.000 mm für kleine planetarische Nebel.
Auch in unserer kleinen Sternwarte im Süden der Niederlande richten wir uns nach diesem Kalender. Wenn du mehr übers Beobachten wissen willst, schau bei Selbst Sterne beobachten vorbei – und warum ein dunkler Himmel so wichtig ist.
Bildnachweis: Die Aufnahmen stammen von NASA, ESA, CSA, ESO, NOIRLab, dem Event Horizon Telescope und Astrofotografen auf Wikimedia Commons. Urheber und Lizenz stehen jeweils direkt am Bild.









