Kurz erklärt
Das Kreuz des Südens ist das kleinste aller 88 Sternbilder – aber eines der berühmtesten. Vier helle Sterne bilden ein Kreuz. Es steht mitten in der Milchstraße des Südhimmels und ist auf den Flaggen von Australien, Neuseeland, Brasilien, Samoa und Papua-Neuguinea abgebildet.
So findest du es
Von Deutschland, den Niederlanden oder der Schweiz aus ist das Kreuz des Südens nie zu sehen. Du musst weit nach Süden reisen: Ganz sieht man es erst südlich von etwa 25 Grad nördlicher Breite, zum Beispiel in Südägypten, in der Karibik oder auf Hawaii. Auf der Südhalbkugel ist es im April und Mai am Abend hoch am Himmel. Zwei helle Zeigersterne im Zentaur, Alpha und Beta Centauri, weisen den Weg.
Lou erzählt: Der Emu am Himmel
Die alten Griechen konnten das Kreuz noch sehen, weil die Erdachse damals etwas anders geneigt war. Sie zählten es aber zum Zentaur. Erst europäische Seefahrer machten im 16. Jahrhundert ein eigenes Sternbild daraus. Viel älter sind die Geschichten der Aborigines in Australien. Sie sehen in der Milchstraße einen riesigen Emu, einen großen Laufvogel. Sein Kopf ist ein dunkler Fleck direkt neben dem Kreuz des Südens: der Kohlensack, eine Wolke aus Staub. Der Hals und Körper des Emus ziehen sich als dunkle Staubbänder durch die Milchstraße. Wie der Emu am Himmel steht, zeigte den Menschen, wann die Emus auf der Erde Eier legten. „Ein Vogel aus Schatten“, staunt Lou. „Man muss nicht nur auf die Sterne schauen, sondern auch dazwischen.“
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