Die Milchstraße als ganzes Universum
Noch Anfang des 20. Jahrhunderts glaubten viele Astronomen, die Milchstraße sei das ganze Universum. Die verschwommenen „Spiralnebel“ am Himmel hielten sie für Gaswolken in unserer Nähe. Andere vermuteten, es seien ferne „Welteninseln“. 1920 stritten Harlow Shapley und Heber Curtis in der berühmten Großen Debatte darüber – ohne Entscheidung.
Ein pulsierender Stern entscheidet
1923 fotografierte Edwin Hubble am Mount-Wilson-Observatorium mit dem damals größten Teleskop der Welt den Andromedanebel. Er fand darin einen Cepheiden: einen Stern, der regelmäßig heller und schwächer wird. Mit der Regel von Henrietta Swan Leavitt konnte er dessen wahre Helligkeit und damit seine Entfernung berechnen. Das Ergebnis lag weit außerhalb der Milchstraße.
Das Universum wird riesig
Damit war klar: Andromeda ist eine eigene Galaxie mit Milliarden Sternen. Und die Milchstraße ist nur eine Galaxie unter vielen. Heute schätzen Forschende, dass es im beobachtbaren Universum mindestens Hunderte Milliarden Galaxien gibt. Es war einer der größten Perspektivwechsel der Menschheitsgeschichte – und er ist gerade einmal hundert Jahre her.
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