Himmelskalender Januar: Orion-Zeit

❄️ Winter · Orion-Zeit

Der Januar ist der König der Winternächte: lang, klar und kalt. Am Himmel steht der Himmelsjäger Orion mit seinem Gürtel aus drei Sternen in einer Reihe – und darunter verbirgt sich eine echte Sternenkinderstube.

🕗 Wann schauen?
Schon ab etwa 19 Uhr ist es richtig dunkel. Orion steht dann im Südosten und klettert bis 22 Uhr hoch in den Süden.
Orionnebel
Bild: NASA, ESA, M. Robberto (Space Telescope Science Institute/ESA) and the Hubble Space Telescope Orion Treasury Project Team · Public domain · Wikimedia Commons (Quelle)

Orionnebel

M 42 · Sternbild Orion
👁️ Bloßes Auge🔍 Fernglas

Unter den drei Gürtelsternen hängt das „Schwert“ des Orion. Der mittlere „Stern“ ist gar keiner, sondern eine riesige leuchtende Wolke, in der gerade neue Sonnen geboren werden. Schon im Fernglas sieht man ein zartes Nebelfleckchen.

🔧 Für Eltern & Hobby-Astronomen

Hellster Emissionsnebel des Nordhimmels (ca. 4 mag), 1.350 Lichtjahre entfernt. Visuell reicht jedes Fernglas, im 100–150-mm-Teleskop wird das Trapez sichtbar. Ein UHC-Filter hebt die Nebelstruktur visuell deutlich hervor. Fotografisch: kurze und lange Belichtungen kombinieren (HDR), da der Kern sonst ausbrennt; mit Farbkamera Dualband-Filter (Hα/OIII) in der Stadt.

Pferdekopfnebel
Bild: NASA/ESA/Hubble Heritage Team · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons (Quelle)

Pferdekopfnebel

Barnard 33 · Sternbild Orion
📷 Vor allem auf Fotos

Direkt neben dem linken Gürtelstern steckt eine dunkle Staubwolke in Form eines Pferdekopfes. Mit dem Auge sieht man sie nicht – aber auf Fotos taucht sie vor einem roten Leuchten auf. Ein echtes Lieblingsmotiv aller Sternfotografen!

🔧 Für Eltern & Hobby-Astronomen

Dunkelnebel vor dem Emissionsnebel IC 434. Visuell extrem schwierig (nur große Öffnung mit H-Beta-Filter). Fotografisch ideal mit H-alpha- bzw. Schmalbandfilter (7–3 nm) ab ca. 400 mm Brennweite; mehrere Stunden Gesamtbelichtung lohnen sich. Den nahen Flammennebel NGC 2024 hat man gleich mit im Bild.

Beteigeuze
Bild: ALMA (ESO/NAOJ/NRAO)/E. O’Gorman/P. Kervella · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons (Quelle)

Beteigeuze

Roter Riesenstern · Schulter des Orion
👁️ Bloßes Auge

Schau auf die linke obere Ecke des Orion: Dort leuchtet ein Stern deutlich orange-rot. Beteigeuze ist so riesig, dass sie an Stelle unserer Sonne bis über die Bahn des Mars reichen würde. Vergleiche ihre Farbe mit dem bläulichen Rigel unten rechts!

🔧 Für Eltern & Hobby-Astronomen

Roter Überriese, ca. 550 Lichtjahre entfernt, halbregelmäßig veränderlich (ca. 0,0–1,6 mag). Schönes Beobachtungsprojekt: Helligkeit über Wochen mit Vergleichssternen schätzen. Das Bild oben zeigt eine ALMA-Radioaufnahme – einer der wenigen Sterne, deren Oberfläche man als Scheibe auflösen kann.

Quadrantiden

Sternschnuppen · Maximum um den 3./4. Januar
👁️ Bloßes Auge

Gleich zum Jahresanfang gibt es ein Sternschnuppen-Feuerwerk. Das Maximum dauert nur wenige Stunden – wer Glück hat, sieht in der zweiten Nachthälfte bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde. Warm anziehen!

🔧 Für Eltern & Hobby-Astronomen

Radiant im Bärenhüter (nördlich), am höchsten gegen Morgen. Kein Teleskop – Liegestuhl, Decke, 20 Minuten Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Für Fotos: Weitwinkel (14–24 mm), offene Blende, ISO 1600–3200, Serienaufnahmen à 15–20 s.

⭐ Wusstest du?
Der Orionnebel ist so groß, dass Licht rund 24 Jahre bräuchte, um von einem Ende zum anderen zu reisen.
🐭 Astromaus-Tipp
Suche den Orion-Gürtel und verlängere ihn nach links unten: Du landest beim hellsten Stern des ganzen Nachthimmels – Sirius, dem „Hundsstern“.
🪐 Und die Planeten? Planeten wandern durch die Sternbilder und stehen jedes Jahr woanders – deshalb findest du sie nicht im Jahreskalender. Der Mond ist übrigens ein Spielverderber für schwache Nebel und Galaxien: Plane Beobachtungen am besten rund um Neumond.
👉 Welche Planeten du heute Nacht sehen kannst und wann Neumond ist, verrät dir Heute am Himmel. Wie weit die Planeten wirklich weg sind, zeigt die Sonnensystem-Reise.