Eine Karte ohne Außenfoto
Niemand kann die Milchstraße verlassen, um sie zu fotografieren. Alles, was wir über ihre Form wissen, haben Forschende von innen erschlossen: aus Entfernungen und Bewegungen von Sternen, aus Radiowellen des Wasserstoffgases und aus Infrarotlicht, das den Staub durchdringt. Die ESA-Sonde Gaia hat dafür fast zwei Milliarden Sterne vermessen.
Balken, Arme und Halo
In der Mitte sitzt ein dichter, gewölbter Sternbereich mit einem länglichen Balken. Von seinen Enden winden sich Spiralarme nach außen. Die helle Sternscheibe ist ungefähr 100.000 Lichtjahre groß, aber nur einige Tausend Lichtjahre dick – und am Rand leicht verbogen wie eine alte Schallplatte. Um alles herum liegt ein kugelförmiger Halo mit alten Sternen und Kugelsternhaufen.
Wo wir wohnen
Die Sonne liegt in einem kleineren Spiralarm, dem Orionarm oder Lokalen Arm, gut 26.000 Lichtjahre vom Zentrum entfernt – nicht ganz am Rand, aber weit weg vom dichten Zentrum. Unsere Adresse im Universum lautet also: Milchstraße, Orionarm, Sonnensystem, dritter Planet. Insgesamt besteht die Milchstraße aus weit über hundert Milliarden Sternen.
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